Rahmenbedingenen kommunaler Wohnberatung

Die Alters- und Sozialstruktur vieler Kommunen in Hessen ändert sich spürbar, bedingt durch den demografischen Wandel in unserer Gesellschaft. Ältere Menschen erwarten eine hohe Lebensqualität in ihrem Umfeld und sehen dies auch als ein Argument dafür, ihren Lebensstandort zu bewahren und sich in die kommunale Entwicklung einzubringen. Der Bedarf der Bürgerinnen und Bürger mit veränderten Wohnbedürfnissen besteht in einer neutralen, qualifizierten und verbindlichen Information und Beratung, die das Verbleiben in ihrer Kommune ermöglicht und bürgerschaftliches Engagement einbindet.

Die Kommunen im Netzwerk Wohnen RheingauTaunus bieten mit ihren Wohnberatungsstellen einen wichtigen Baustein dazu. Die Beratung strebt ein Höchstmaß an Nutzen sowohl für die von ihm beratenen, überwiegend älteren Bürgerinnen und Bürger als auch für seine Mitgliedskommunen an. Hinter dem Angebot der Wohnberatung steht ein Netz qualifizierter Fachleute mit unterschiedlichen Aufgaben. Dazu gehören ehrenamtlich tätige Architekten, Techniker und gut ausgebildete Ehrenamtliche deren Qualifizierung ausgerichtet ist an den Standards der Hessischen Fachstelle für Wohnberatung (HFW).

Die Beraterinnen und Berater sollen vor Ort Selbsthilfepotenziale und gegenseitige Unterstützung aktivieren. Die Ehrenamtlichen werden durch das Netzwerk bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt und haben eine Anlaufstelle zur kollegialen Beratung und zum fachlichen Austausch. Um eine hohe Qualität dieser Beratungsarbeit zu sichern, orientiert sich das Netzwerk Wohnen RheingauTaunus an den Qualitätskriterien der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnanpassung e.V. (BAG), deren Mitglied sie ist. Das soll sowohl den Ratsuchenden als auch den PartnerInnen die Sicherheit einer hochwertigen Beratungsleistung gewährleisten.

Das Netzwerkteam aus Haupt- und ehrenamtlichen WohnberaterInnen ist eine hierarchie-übergreifende Gruppe, die aufgrund beispielsweise ihres Fachwissens oder langjähriger Erfahrungen zusammen agiert, um die Netzwerkaufgaben umzusetzen. Alle Teammitglieder haben mindestens an einer 5-tägigen Grundschulung zum Wohnberater teilgenommen. Wohnberatungsstellen sind mit qualifizierten Haupt- und Ehrenamtlichen für die Umsetzung der Beratungsarbeit verantwortlich. Alle Wohnberater nehmen regelmäßig an Schulungen, Teamtreffen der Beratungsstellen und den überregionalen Netzwerktreffen teil.

Leistungen der Wohnberatungsstellen

Oberste Ziele der Beratung sind:

  • Verbleib in der eigenen Wohnung
  • Stärkung der selbständigen Lebensführung
  • Sensibilisierung für das Thema bei allen Generationen

Über die Beratung zur Barrierefreiheit hinaus gehören zur Wohnberatung viele Themenfelder. Dazu zählen die mobilitätsgerechte Gestaltung der eigenen Wohnung und des unmittelbaren Wohnumfeldes, aber auch der Ausbau sozialer Netzwerke und die Beratung zur hilfreichen Technikunterstützung im Alltag. Die inhaltliche Gestaltung ist flexibel und richtet sich sehr stark nach den beteiligten Akteuren, den örtlichen Gegebenheiten, den beteiligten engagierten Freiwilligen und den Betroffenen selbst.

Unsere Beratungsthemen:

  • Wohnraumanpassung
  • Einsatz von Hilfsmitteln
  • Fördermöglichkeiten
  • Informationsstellen
  • Wohnformen
  • Individuelle Lösungen

Das Beratungsangebot

Im Mittelpunkt stehen Fragen, ob die Wohnung ohne Veränderung auch im Alter oder bei Behinderung weiter genutzt werden kann oder ob ein Wechsel in eine andere Wohnform sinnvoll erscheint. Viele Wohnungen weisen jedoch Mängel auf (z.B. steile Treppen, enge Bäder, schmale Türen etc.), die ein barrierefreies, selbständiges Leben zuhause erschweren. Die ehrenamtlichen Wohnberater und Wohnberaterinnen helfen Ihnen, vorhandene Barrieren zu erkennen und individuelle Lösungen zu finden. Im Beratungsgespräch erarbeiten wir mit Ihnen Möglichkeiten, die sie dabei unterstützen die richtige Entscheidung zu treffen. Selbstverständlich unterliegen unsere BeraterInnen der Schweigepflicht.

Beratungsziele

Ziel von Wohnberatung ist, das selbständige Wohnen und die selbständige Haushaltsführung der Menschen in ihrer Wohnung und ihrem Wohnumfeld zu erhalten, zu fördern oder wiederherzustellen. Dazu beraten und begleiten geschulte Ehrenamtliche unabhängig und neutral.  

Weitere Ziele sind:

  • der Erhalt bzw. die Wiederherstellung von Selbständigkeit
  • die Reduzierung von Hilfebedarf durch Beratung zu Hilfsmitteln
  • die Prävention durch Beratung zu Barrieren im Wohnumfeld
  • die Sensibilisierung und Information der breiten Öffentlichkeit

Zielgruppen der Wohnberatung

Als Zielgruppen der Wohnberatung gelten Ältere, Hilfe- und Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderungen, deren Angehörige sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die sich über barrierefreies Wohnen und Wohnungsanpassung informieren und beraten lassen wollen; weiter Vermieter, Wohnungsbaugesellschaften und Baugenossenschaften, Fachkräfte aus der sozialen Arbeit, den kommunalen Verwaltungen, Architekten, Handwerker, Mitarbeiter von Pflegediensten, Mitarbeiter von Sanitätshäusern, sowie die allgemeine Öffentlichkeit.